Krankenkasse: Warum der Herbst nicht der richtige Moment für Entscheidungen ist
Jeden Herbst wiederholt sich dasselbe Szenario: Anrufe von Vermittlern, Werbung, um die Kassen vor dem 30. November zu vergleichen, ein Gefühl der Dringlichkeit. Die Realität sieht anders aus — und oft das Gegenteil von dem, was man Ihnen verkauft.
Der einzige Termin, der wirklich zählt: Anfang Oktober
Die neuen KVG-Prämien für das Folgejahr werden Anfang Oktober bekannt gegeben. Das ist der einzige wirklich sinnvolle Schritt im Herbst: ein kurzer Besuch auf priminfo.ch, dem offiziellen Vergleichsrechner des Bundesamts für Gesundheit, um zu sehen, um wie viel Ihre Prämie steigt. Mehr ist zu diesem Zeitpunkt nicht nötig.
Priminfo hat einen Vorteil, den kommerzielle Vergleichsdienste nicht haben: Es ist an keinen Makler und keine Gesellschaft gebunden und zeigt alle zugelassenen Kassen, ohne eine zu bevorzugen.
KVG: was wirklich zählt (und was nicht)
Wenn ein Wechsel der KVG-Kasse sinnvoll ist, ist das Vorgehen einfach:
- Vergleichen auf priminfo.ch, ohne den Umweg über eine kommerzielle Website, die zu einem bestimmten Versicherer lenkt
- Online beitreten bei der neuen Kasse
- Kündigen der alten — das ist per E-Mail möglich
Bei der Franchise ergeben für Erwachsene nur zwei Varianten Sinn: CHF 300 oder CHF 2'500.
Die Zwischenstufen (500, 1'000, 1'500, 2'000) erwecken den Eindruck von Auswahl, aber die Prämienersparnis, die sie bringen, wiegt das zusätzliche Risiko nie auf. Entweder wollen Sie Ihre Selbstbeteiligung im Krankheitsfall minimieren (Franchise CHF 300), oder Sie akzeptieren, bis zu CHF 2'500 pro Jahr selbst zu tragen, im Gegenzug für eine deutlich tiefere Prämie. Dazwischen verlieren Sie auf beiden Seiten.
VVG: eine völlig andere Logik
Hier geht der Ansatz, den ich empfehle, gegen die verbreitete Idee des « systematischen jährlichen Vergleichs ».
Eine Zusatzversicherung (VVG) vergleicht man einmal, idealerweise zu Beginn der Laufbahn, mit einem unabhängigen Berater, der die tatsächlichen Unterschiede zwischen den Anbietern kennt — nicht nur den Preis. Danach bleibt man.
Das Hin und Her zwischen Gesellschaften bringt dem Versicherten nichts. Der Wert einer VVG liegt nicht nur im Tarif: Es ist die Vertrauensbeziehung zu einem Anbieter, der Sie langfristig begleitet — Prävention, besserer Behandlungskomfort — und auf den Sie sich genau dann verlassen können, wenn eine gesundheitliche Krise eintritt. Genau dann, wenn sich Ihre medizinische Situation verändert hat, wird ein VVG-Wechsel schwierig oder gar unmöglich: Neue Vorbehalte oder Ablehnungen richten sich nach Ihrem aktuellen Gesundheitszustand, nicht nach jenem am Tag des Abschlusses.
Bei einem soliden, langfristigen Anbieter zu bleiben, einmal sorgfältig gewählt, schützt über 20 Jahre besser als die Jagd nach dem besten Preis in jedem Herbst.
Warum die Anrufe « wechseln Sie vor dem 30. November » Ihr Misstrauen verdienen
Ein Anruf, der Sie zwischen dem 1. September und dem 30. November zum Kassenwechsel drängt, ist in den meisten Fällen eine unlautere Geschäftspraxis. Der Zeitplan lässt schlicht nicht genug Zeit, um seriös vorzugehen: korrekt vergleichen, einen Antrag ausfüllen, eine vernünftige Annahme der neuen Kasse erhalten und dann die alte kündigen — all das in einem Fenster von wenigen Wochen erlaubt keine überlegte Entscheidung.
Es gibt eine zweite, technischere Falle: Nach Ablauf der VVG-Kündigungsfrist vom 30. September wegen Prämienerhöhung kann nur die Deckung gekündigt werden, die tatsächlich gestiegen ist. Die Versicherer tolerieren die Kündigung dieser konkreten Deckung, aber nicht der übrigen Bestandteile, deren Tarif sich nicht geändert hat. Häufige Folge: Der Versicherte findet sich mit Doppeldeckungen zwischen alter und neuer Gesellschaft wieder, ohne es überhaupt zu merken.
Mein Rat: Behandeln Sie dieses Thema von Januar bis August
Die Krankenkasse ist ein wichtiges Thema, das man mit kühlem Kopf angehen sollte — zwischen Januar und August, ohne Termindruck, mit der Zeit für eine echte Analyse Ihrer Situation und Ihrer langfristigen Bedürfnisse.
Die einzige Ausnahme von dieser Regel: der kurze Check auf priminfo.ch Anfang Oktober, um die Erhöhung Ihrer KVG-Prämie für das Folgejahr zu erfahren. Nichts sonst rechtfertigt es, im Herbst in Eile zu geraten.
Möchten Sie weitergehen?
Jede Situation ist anders. Wenn Sie diese Standortbestimmung in Ruhe machen möchten — KVG, VVG oder beides — statt unter dem Druck eines Anrufs im November, vereinbaren Sie einen Termin, vor Ort oder per Videokonferenz, ganz nach Ihrer Präferenz.